halbzeit

was vermisst ihr von zuhause. fragen uns die leute oft. 

und das ist eine lustige frage weil sie voraussetzt, dass unser zuhause woanders ist als da wo wir gerade sind. irgendwie glaube ich aber, trägt man das zuhause doch mit sich herum. ausser man definiert es an die vier wände in denen man meistens so lebt. oder an die arbeit die man hat. an die dinge die man besitzt. 

aber wenn man sich dann irgendwann daran gewöhnt hat, nur noch zwei paar hosen zu besitzen und die wohnaccesoires auch irgendwie ihre bedeutung verlieren, bleibt da nur noch brutal wenig übrig was man mit zuhause verbindet. 

und man gewöhnt sich an die neuen geräusche im alltag, die gerüche die anfangs neu waren und all die fremden die zu freunden werden. 

und dann, irgendwann, fragt man sich was man eigentlich so alles besitzt und was man davon wirklich braucht. warum man tut was man eben so tut und ob man in der stadt in der man lebt auch tatsächlich beerdigt werden möchte. 

vor ein paar tagen waren wir unterwegs an der pazifikküste und nach einer langen autofahrt jammerte tiago irgendwann weinerlich, er wolle endlich nach hause. wann wir denn nun nach hause fahren können. und ich erschrak mich ein bisschen und machte mir im selben moment schon sorgen um seine kindliche seele, die nun für immer zerstreut und verwirrt sein muss, von den etlichen wohnungswechsel und destinationsverwirrungen. also drehte ich mich um, wie eine gute mutter das in diesen momenten so tut. auch wenn es fürchterlich unbequem ist sich im auto umzudrehen. und versuchte ihn zu beruhigen, ihm zu erklären, dass es noch ziemlich lange dauern wird, bis wir wieder in die schweiz fliegen. und er schaute mich mit einer mischung aus verwirrung und wut an und schmetterte mir entsetzt (es war eine wirklich lange und holprige reise) entgegen, er meine doch zuhause!! in samara. neben marisol und jon. (die nachbarn hier)

was vermissen wir also von zuhause. die antwort ist so banal sie für ein kind eben auch ist.

nichts ausser dem unersetzlichen. und das seit dann eben nur ihr da draussen!

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Kommentare: 3
  • #1

    Daniela Kunz (Donnerstag, 21 Dezember 2017 23:17)

    Hallo ihr lieben. Wir verfolgen euer abenteuer mit grosser freude und spannung.
    Wir wünschen euch schöne weihnachten und im 2018 weiterhin viele unvergessliche momente und ganz viel "gfreuts"
    Herzliche grüsse aus welsikon. Daniela u Fritz

  • #2

    Marius Fuego (Freitag, 22 Dezember 2017 14:13)

    Wir von der Firma Soltop wünschen euch ein ganz schönes Weinachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Sicher speziell solche Festtage in einem solchen Land zu verbringen. Geniesst die zweite Hälfte Eurer Reise wie bissher und schreibt weiterhin fleissig Blog Einträge! (Sie werden also regelmässig gelesen;) ) Gruss an alle! LG Marius

  • #3

    Pia Rüegg (Mittwoch, 03 Januar 2018 13:28)

    Hallo ihr Lieben
    Herrlich,spannend,berührend direkt aus dem Reise- Leben. Abenteuer pur! Der Alltag kann warten. Hoffentlich noch recht lange :-) Bewundernswert wie ihr das Alles meistert. Schön,dass wir so viel miterleben können. Ich freue mich immer über all die tollen Föteli, Berichte und deine philosophischen Gedanken liebe Gina. Dich Dominique bewundere ich sehr, dass du voll dabei bist und das Abenteuer mit deiner Familie gewagt hast. All the best and a very happy New Year wünscht euch allen Pia