der most-sexiest job

ok. ich wollte diesen blog schon lange schreiben. nein. er war sogar schon lange fertig. nur war ich zu schüchtern für das foto. schüchtern denkt ihr jetzt und lacht, aber im ernst! gut ich fange von vorne an.

wir sind nun seit fast zwei monaten in einem kleinen strandhüttchen in der nähe von samara zuhause. da wo die einheimischen leben und es noch keine italienischen pizzerias oder vegane schnellimbisse gibt. jede nacht kriechen die krebse über unsere veranda. beim duschen ist man ebenfalls selten alleine weil die geckos zugucken oder eine kakerlake vorbeischaut. die fünf hähne welche durch unseren garten stolzieren wecken uns jeden morgen gegen 4 uhr und wir erschrecken uns immer noch jedes einzelne mal wenn ein iguana vom baum runterfällt. 

gut. hier leben wir also. und die meisten ticos die hier mit uns leben sind fischer. und da gibt es diese eine truppe jungs die noch auf altmodische art und weise mit harpune fischt. die schlendern dann immer so zirka zu fünft mit den halb hochgezogenen neoprenanzügen, den flossen über den schultern und der harpune in der hand bei mir vorbei. tja und dann ist es jedesmal so ein bisschen mit mir vorbei. weil das für mich glaub der sexiest job auf der welt ist! scheisse die gehen da jeden tag auf zwanzig bis dreissig meter runter mit nichts ausser dieser harpune und ihrer guten pura-vida-laune! keine sauerstoffmasken, keine notfallpläne. und die fische die diese jungs am abend nach hause bringen sind riesig. 

einer aus der truppe hatte vor zwei jahren eine lungenembolie. weil die ja wenig wissen von den vorteilhaften pausen beim auftauchen oder den maximalzeiten unter wasser. jeder hat etliche bisse von muränen oder baracudas und wirklich eindrückliche geschichten von haiangriffen. 

was die jungs aber sogar noch ein kleines bisschen attraktiver macht ist die art und weise wie sie das meer und das leben darin respektieren. wieviel sie über jede einzelne muschel, jedes noch so kleine tier dort unten wissen. und wie leid es ihnen jedesmal tut, wenn sie einen fisch schiessen und er wieder entwischt und an den verletzungen stirbt. 

wir ernähren uns seit wir hier sind deswegen ausschließlich von harpunenerlegten fischen und meerestieren. damit ich jeden tag mindestens einmal bei meinen neoprenhelden vorbeischauen kann.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ursula Steinmann (Montag, 08 Januar 2018 09:35)

    Hey,ihr Lieben in der Ferne,auch wir sind ab und an am lesen eurer Geschichten.Wir wünschen der ganzen Familie weiterhin so viel Glück wie es braucht,Gesundheit und Zuversicht für das neue Jahr. So werdet ihr noch viel interressantes erleben. Herzliche Umarmung Uschi und Joachim